Diplomarbeit: XML/UBL im Beschaffungsprozess

Meine Diplomarbeit mit dem Titel "Die Migration auf XML/UBL beim Austausch von Bestell- und Rechnungsdaten. Eine Analyse in ausgewählten Branchen" ist nun fertiggestellt. Sie befasst sich mit dem Ermitteln der im Zuge eines Formatwechsels für den automatisierten elektronischen Geschäftsdatenaustausch (EDI) erforderlichen Schritte. Ich veröffentliche hier zunächst nur die Einleitung der Arbeit; das Gesamtwerk kann als PDF-Dokument (1.12mb) heruntergeladen werden. Über Fragen oder Anmerkungen würde ich mich natürlich sehr freuen. Die entsprechenden Kontaktdaten finden sich im Impressum; alternativ kann natürlich auch das Kontaktformular Verwendung finden.

Einleitung

Rund zwanzig Jahre nach Verabschiedung internationaler branchenübergreifender Standards für den automatisierten elektronischen Geschäftsdatenaustausch kann in vielen Bereichen noch immer nicht von einer zufriedenstellenden Verbreitung gesprochen werden. Es profitieren also weder die nicht teilnehmenden noch die partizipierenden Unternehmen und Organisationen von den strategischen Potenzialen, da Letztere weiterhin auch klassische Methoden zumindest der Datenerfassung sowie des -versendens anwenden müssen, sobald Geschäftsdokumente mit Ersteren ausgetauscht werden.

Die am häufigsten genannte Ursache für die mangelhafte Diffusion klassischer EDI-Standards sind die hohen Einführungs- und Betriebskosten im Verhältnis zum Budget und den erwarteten Einsparungen gerade für kleine und mittlere Unternehmen. Diese Kostenfaktoren setzen sich aus einmaligen Aufwendungen für Netzanbindungen und Soft- sowie gegebenenfalls Hardwareanschaffungen und die durch die Datenübertragung und erforderlichen Software-Anpassungen entstehenden laufenden Ausgaben zusammen. Insbesondere zwei technologische Entwicklungen der letzten rund fünfzehn Jahre haben jedoch Anlass zum Optimismus gegeben: die Entstehung des Internet als geschäftlich ebenso wie privat flächendeckend kostengünstig nutzbares Datenübertragungsmedium einerseits und andererseits die Entwicklung der Extensible Markup Language (XML), eines Syntaxregelwerkes zum Definieren eigener Auszeichnungssprachen.

Doch obwohl diese Technologien seit nunmehr einigen Jahren existieren, bestehen kaum Erfahrungen im Bereich des darauf aufsetzenden elektronischen Geschäftsdatenverkehrs, was durch vielseitig geäußerte Sicherheitsbedenken hinsichtlich der Datenübertragung über das Internet ebenso wie durch fehlende zukunftssichere XML-basierte Standards begründet wird. Eine klare Prognose, ob und in welchem Zeitraum sich ein neues Datenformat branchenunabhängig durchsetzen wird, ist kaum zu wagen; dennoch besteht die Hoffnung, dass dieses Format mit der Universal Business Language (UBL) bereits existiert. Gegenstand dieser Arbeit ist das Ermitteln von Migrationsschritten zum UBL-basierten Geschäftsdatenaustausch im Beschaffungsprozess für Branchen, deren klassische EDI-Entwicklungen entweder keine zufriedenstellende Verbreitung erfahren haben oder heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht werden. Dabei folgt der tatsächliche Migrationsprozess dem Erkennen eines entsprechenden Bedarfs sowie den notwendigen vorbereitenden Maßnahmen, unter denen das Abwägen der Eigenschaften einzelner Formate einen besonderen Stellenwert einnimmt. Da gerade dem Einsatz von XML im Bereich des elektronischen Autausches von Geschäftsdokumenten von den verschiedenen Parteien eine Reihe von Vor- und Nachteilen nachgesagt wird, ist der Diskussion dieser Aussagen ein eigenes Kapitel gewidmet. Der branchenspezifisch jeweils bisher eingesetzte Standard spielt bei allen Migrationsüberlegungen eine untergeordnete Rolle.

Zunächst erfolgt eine zusammenfassende Erläuterung des EDI-Begriffes sowie der damit verbundenen Eigenschaften; im Anschluss finden sich neben dem kurzen historischen Überblick zur Entstehung von Auszeichnungssprachen Informationen über XML und bestehende Zusatztechnologien. Existierende EDI-Standards sowie aktuelle Unternehmungen sind Bestandteil des nächsten Kapitels; hier wird auch UBL vorgestellt. Es folgt eine Diskussion der häufig zitierten Vor- und Nachteile von XML als Basisformat für den elektronischen Geschäftsdatenaustausch. Anschließend werden die im Zuge einer Formatmigration unter Berücksichtigung des ermittelten Bedarfs möglicherweise anfallenden Schritte ermittelt und erläutert. Eine kritische Betrachtung der Ergebnisse und ihrer Grundlagen schließt die Arbeit ab.

Neben den im Literaturverzeichnis angegeben Werken basieren die gewonnenen Erkenntnisse auf Gesprächen des Verfassers mit direkt an Standardisierungsprozessen beteiligten Personen. Die Niederschriften dieser Gespräche finden sich im Anhang; es handelt sich dabei nicht um im Wortlaut transkribierte Texte, sondern um sinngemäß zusammengefasste Inhalte. Derart sollte die Auswertung seites des Verfassers ebenso wie des Lesers vereinfacht werden. Die Tonaufnahmen der Gespräche sind dem Dokument in Form von WAVE-Dateien sowie komprimiert und mit entsprechenden Metadaten versehen auf einer CD beigefügt.

Letzte Änderung: 9. Juli 2007